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Am Ziel

von Thomas Bernhard

Können Mütter und Töchter friedlich miteinander koexistieren? Das Verhältnis zwischen den Generationen ist nicht immer leicht. Denn sehr schnell kann aus der ehemals verbindenden Nabelschnur jene gemeinsame Fessel werden, die das Schicksal beider unlösbar aneinander kettet.

Eine Mutter und ihre Tochter leben seit gut 40 Jahren gemeinsam in einem großbürgerlichen Haus, an dem der Zahn der Zeit nagt. Fast manisch muss die Mutter immer wieder über die Vergangenheit sprechen, um vielleicht begreifen zu können, wie alles gekommen ist. Die Tochter hört ihr zu und packt die Koffer. Man wird sich zur Sommerfrische aufs Land begeben. Das tut man jedes Jahr. Aber heuer steht ein Abenteuer bevor. Mutter und Tochter haben einen Theaterschreiber, einen dramatischen Schriftsteller, eingeladen, ein paar Tage mit ihnen auf dem Landsitz zu verbringen.

 

Die Tochter bewundert den Schriftsteller, der sich gegen alle Konventionen gestellt hat. Und heimlich spekuliert sie vielleicht damit, dass der Künstler die Abhängigkeit  zwischen Mutter und Tochter verändert. Kann sich die jüngere Generation aus der Umklammerung befreien? Die Frage wird zum Politikum. Wenn es den neuen Generationen nicht gelingt, die Schatten der Vergangenheit abzuwerfen, dann verdunkeln die Wolken der Geschichte eine neue Sonne.

 

Und wie immer bei Thomas Bernhard mangelt es nicht an lustvoll erheiternden Schimpftiraden über die Unvollkommenheit der Welt. Ein großer Text, passend für ein tolles Ensemble und eine Schauspielerin wie Eleonore Bürcher, die für ihre Erfolge mit dem Nestroypreis ausgezeichnet wurde.

Besetzung

Mutter
gespielt von
Eleonore Bürcher

Eleonore Bürcher

Tochter
gespielt von
Bernadette Heidegger

Bernadette Heidegger

Schriftsteller
gespielt von
Johannes Gabl

Johannes Gabl
Regie:Manfred Schild
Bühne:Eva Praxmarer
Regieassistenz:Judith Knoll
Bühnenbau:Robert Simmerle
Technik:Markus Ehmer und Sarah Caliciotti
Rechte:Suhrkamp

INNSBRUCKER KELLERTHEATER
Adolf-Pichler-Platz 8, 6020 Innsbruck

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